Dienstag, 6. November 2018

Kürbis-Kaiserschmarrn (ohne Rosinen, ohne Eischnee-Schlagen)

Manchmal ist es ja schwer, irgendwo wieder reinzukommen. Kennt ja jeder, gerade mal sechs Wochen nicht beim Sport gewesen, und schon schwindet die Motivation, zum ersten Mal wieder hinzugehen, auch wenn man eigentlich weiß, dass es einem gut tun würde. Ungefähr so ging es mir die letzten paar Wochen (Monate?) mit dem Blog hier. Immer wenn ich etwas Neues gekocht oder gebacken habe, dachte ich kurz darüber nach, es zu fotografieren und mir zu merken, wie ich es zubereitet hatte, und dachte dann "ach komm, wir essen es einfach." Manchmal muss man eben Prioritäten setzen! Aber jetzt, wo der traumhafte Sommer vorbei ist, man auch mal wieder gern zu Hause ist, die Kürbiszeit voll im Gange ist, jetzt habe ich es geschafft, unser Sonntagsfrühstück zu fotografieren und mich keine drei Tage später an den Rechner zu setzen.

Kürbiszeit! Auch wenn ich aus diversen Gründen in diesem Jahr keine Zeit hatte, Halloween groß zu feiern, hatte ich doch mit meiner Gemüsekiste einen riesigen Kürbis erhalten und musste ihn natürlich aushöhlen und mit einem Gesicht versehen. Das Gefrierfach ist also voll mit Kürbispüree. Und am Wochenende gibt es bei uns bekanntlich zum Frühstück oft was Feines. Kaiserschmarrn ist super, aber die traditionellen Rezepte sind mir mit Eier trennen und Eischnee schlagen zu aufwendig, nicht nur am Morgen. Außerdem mag ich Rosinen nicht. Dafür Gemüse im Essen. Also gibt es hier eine vereinfachte, nicht originalgetreue Variante, die aber ihren Zweck voll und ganz erfüllt - drei Schleckermäuler sehr glücklich zu machen.


Statt Eischnee bringen zwei Teelöffel Backpulver Fluffigkeit in den Teig. Kürbispüree ist gesund und macht die Schmarrn dazu saftig. Der Teig ist in weniger als zehn Minuten zusammengerührt und genauso schnell gebacken. Man sollte in der ersten Hälfte der Backzeit einen Deckel auf die Pfanne setzen, damit der Teig auch oben Gelegenheit hat, fest zu werden - sonst kann er unten schon schwarz werden, während er oben noch flüssig ist. Dann wenden, zerzupfen - fertig. Rosinen sind natürlich nicht verboten, aber die mag hier wirklich keiner.


Zwilling eins tunkt die Stückchen wenig überraschend am liebsten in - selbstgemachte - Schokoladensauce. Zwilling zwei isst sie ganz pur und mein Ehemann wechselt gern zwischen Apfelmus, Ahornsirup und der Schokoladensauce. Und ich genieße mit ihnen das gemütliche Frühstück und freue mich, wenn mein Sohn mich anlächelt und sagt "Danke, Mami dass Du Dir immer so leckere Sachen ausdenkst!"





Kürbis-Kaiserschmarrn
Für:2 kleine und 2 große Esser
Fertig in:20 Minuten

Zutaten:
  • 200ml Kürbispüree
  • 100ml Milch nach Wahl (Hafer, Soja, normale)
  • 3 EL neutrales Öl, geschmolzene Butter oder Kokosöl
  • 2 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 225g Mehl (ich nehme meistens zur Hälfte Vollkorn, zur Hälfte normales Mehl)
  • 2 TL Backpulver
  • optional 1 Prise Vanille oder Zimt
  • Öl oder Butter zum Braten
Zubereitung:
Kürbispüree, Milch, Öl oder Butter, Eier und Salz verquirlen. (Vorsicht bei geschmolzenem Kokosöl - das wird sehr schnell wieder fest, wenn es in die kalte Flüssigkeit kommt, und lässt sich dann nicht vermischen. Dann lieber ganz zum Schluss unterrühren, wenn das Mehl auch schon im Teig ist.)
Öl oder Butter bei eher niedriger mittlerer Hitze in einer großen Pfanne erhitzen.
Mehl, Backpulver und Vanille/Zimt in einer Schüssel gut vermischen. Die flüssigen Zutaten dazugeben und alles glattrühren.
Den Teig komplett in die heiße Pfanne geben und einen Deckel aufsetzen. So lange backen, bis der Teig oben auch schon fast fest ist, das dauert bei mir zwischen fünf und zehn Minuten. Dann wenden (gegebenenfalls zwei Pfannenwender benutzen), die Unterseite noch kurz anbraten lassen und den Pfannkuchen in kleine Stücke zupfen. Rundherum noch ein wenig bräunen lassen und dann vom Herd nehmen und noch heiß servieren

Dazu passen Apfelmus, Ahornsirup, Schokoladensauce, Karamellsauce, frische Beeren...

Guten Appetit!

Sonntag, 22. Juli 2018

Pancakes ohne Ei (Verpeiler-Rezept)


Am Wochenende wird bei uns das Frühstück zelebriert. Ich bin so froh, dass meine Kinder Frühstück genauso lieben wie ich! Wir alle frühstücken dann meistens so viel, dass es den ganzen Tag vorhält und wir Mittagessen erst um vier Uhr nachmittags brauchen. Es gibt entweder ganz normal frische Brötchen vom Bäcker oder ich darf mich austoben - mit Zimtschnecken, Kaiserschmarrn, Waffeln, Schoko-Brötchen... Und an den letzten Wochenenden kam auf die Frage, was wir denn frühstücken wollten, mindestens jedes zweite Mal die Antwort "PANCAKES!!!" aus zwei kleinen Kinderkehlen.

Dienstag, 15. Mai 2018

Brotvariationen - mit Pesto, Käse oder ganz pur

Das schwierigste bei diesen Broten ist es, eine passende Bezeichnung zu finden. Nicht Baguette, nicht Ciabatta, nicht Toast - also nennen wir es einfach Brot. Helles, außen knuspriges, innen saftig weiches Brot.
Seit feststand, dass wir zum Muttertag mit der ganzen großen Familie grillen würden, hatte ich es mir in den Kopf gesetzt, für das Brot zu sorgen. Denn gibt es etwas Tolleres als frisches, selbst gebackenes Brot, und die ganze Wohnung duftet danach? Ich war dann auch direkt etwas übermotiviert und habe sechs große Laibe gebacken. Vier davon haben wir tatsächlich geschafft und die restlichen zwei wurde ich als Mitgebsel auch schnell los.

Dienstag, 24. April 2018

Honig-Hafer-Nuss-Kekse - Knuspermüsli für unterwegs

Der schlimmste aller denkbaren Fälle ist eingetreten.

Mein Backofen ist defekt.

Und das wohl sogar schon eine ganze Weile, in der selbst der einfachste Marmorkuchen innen nicht richtig fest werden wollte, Apfelkuchen an der Silikon-Backunterlage kleben blieb - ich aber nicht etwa auf die Idee gekommen wäre, dass mit dem Backofen etwas nicht stimmt. Nein, ich dachte einfach, ich wäre zu doof zum Backen geworden. An der Stelle hatte also nicht die selbstbewusste, jedes Problem bewältigende Informatikerin die geistige Führung in meinem Oberstübchen übernommen, sondern das stets bei sich selbst die Schuld suchende innere Mädchen. Wem fiel also nun die Aufgabe zu, mich aufzuklären? Meinem lieben Mann, dem selbstverständlich nie in den Sinn gekommen wäre, ich hätte das Backen verlernt, der also ganz lapidar in den Raum warf: "Hast Du mal überlegt, ob mit der Unterhitze vielleicht was nicht stimmt?" Hand-vor-die-Stirn-Schlagen und Aufstöhnen meinerseits. Das soll mir eine Lehre sein.

Sonntag, 25. März 2018

Bunte Gemüse-Frittata

Einige Traditionen stellt man sich romantischer vor als sie es tatsächlich sind. Als Kind habe auch ich vor Ostern mit meiner Familie Eier ausgepustet, einen langen Nachmittag damit verbracht, sie liebevoll zu bemalen und die Kunstwerke dann an unseren Gummibaum gehängt. So ist mindestens meine verklärte Erinnerung und so, dachte ich, würde das natürlich auch bei uns werden.
Die Realität: Mit Müh und Not habe ich mit einer langen Nadel kleine Löcher in die Eier gestochen, wobei die Nadel nur ganz knapp nicht komplett unter meinen Daumennagel geschoben wurde. Vom Auspusten hatte ich klebriges Eiweiß an den Fingern und den Lippen (irks). Die Kinder haben in ungefähr zehn Minuten 12 Eier bemalt. Und anschließend saß ich eine Dreiviertelstunde allein am Tisch und versuchte, Fäden zum Aufhängen in die Eier zu bekommen.

Sonntag, 18. März 2018

Quark-Öl-Teig-Häschen mit Karotte

Quark-Öl-Teig löst bei mir eigentlich widersprüchliche Gefühle aus. In den Achtzigern und Neunzigern aufgewachsen, in denen das Thema Cholesterin gerade sehr hochkochte, wurde bei mir sowie meiner kompletten Familie ein viiiiiieeel zu hoher Cholesterinspiegel festgestellt. Was dazu führte, dass fortan für mehrere Jahre tierische Fette, Eier, Süßigkeiten und Kuchen gestrichen waren. Zum Nachmittagskaffee am Wochenende wurde also nicht mehr buttriger Streuselkuchen und saftiger Marmorkuchen aufgetischt, sondern Teilchen von undefinierbarer Form, erstellt aus dem erlaubten Quark-Öl-Teig (und ich meine sogar mit Süßstoff anstelle von Zucker gesüßt). Die Dinger waren ja lauwarm am Samstag noch in Ordnung, am Sonntag dann aber schon ausgetrocknet und fad, insbesondere, wenn sie aus dem noch gesünderen Vollkornmehl gebacken wurden.
(Irgendwann war dann klar, dass das mit dem Cholesterinspiegel eine völlig überbewertete Luftnummer war und wir durften wieder normal essen.)

Sonntag, 28. Januar 2018

Scharfe Blumenkohl-Kartoffel-Suppe mit rotem Curry und Kokosmilch

Lust auf was Scharfes? Dieses feine Süppchen hat bei geeigneter Dosierung des roten Currypulvers das Potential, Schnupfen zu heilen.
Ich persönlich liebe ja scharfes Essen, habe die Suppe aber in diesem Fall nur leicht scharf gestaltet, für den Fall, dass die Kinder sich spontan zum Mitessen entscheiden. Haben sie dieses Mal nicht, aber darüber war ich auch gar nicht so sehr traurig. (Um ehrlich zu sein, ich weiß nicht mal mehr, ob ich ihnen die Suppe überhaupt angeboten habe.)