Montag, 26. Dezember 2016

Rotes Curry mit Kokosmilch und Asia-Gemüse

Frohe Weihnachten!

Habe ich zuletzt geschrieben, die anstrengendste Woche läge hinter uns? Ha! Die Kinder scheinen es zur Tradition werden lassen zu wollen, die Woche vor Weihnachten zum Tiefpunkt des Jahres zu machen, was Krankheiten und damit auch die Stimmung angeht. Wir alle vier haben jetzt innerhalb von sechs Wochen alles einmal durch. Scharlach, Magen-Darm, Husten, grippale Infekte, noch mal Magen-Darm und zu guter Letzt eine Mittelohrentzündung inklusive Riss im Trommelfell von Zwilling eins. Pünktlich zu Heiligabend waren wir also alle urlaubsreif.


Wie gut, dass ich in einem Anfall von Größenwahn wenige Wochen zuvor vorgeschlagen hatte, wir könnten doch Heiligabend die Familie zu uns einladen. Es konnte zwar aufgrund diverser Terminkonflikte sowieso nur die Familie meines Mannes kommen, aber auch so sind wir dann 11 Erwachsene und zwei Kinder. Aber am Ende war es dann doch ein sehr entspannter Heiligabend. Die Kinder hatten sich gerade rechtzeitig halbwegs erholt und wir durften zum ersten Mal seit Wochen komplett durchschlafen, wenigstens für eine Nacht. Die beiden haben zusammen mit ihrem Papa den Baum dekoriert, waren blendend gelaunt und als der Weihnachtsmann dann noch jede Menge Geschenke vor die Tür gelegt hatte, war sowieso eitel Sonnenschein hier angesagt.


Und ich hatte insofern Glück, als dass der Essenswunsch der Familie doch recht bescheiden ausfiel: ein asiatisch von mir improvisiertes Gericht, das mein Mann mit am liebsten ist und in dem ich ihm so gut wie jedes Gemüse untermogeln kann. Das einzige, das für das Hauptgericht vorbereitet werden musste, war, das Huhn zu schneiden und in einer Honig-Sojasaucenmischung einzulegen. Ich habe zwar als Vegetarierin keine Ahnung, ob das dann lecker ist, aber bisher war die Resonanz nicht schlecht, also ist das meine Standardbehandlung für Fleisch, wenn ich schon mal welches mache. So war also noch genug Zeit, einen Salat für die Vorspeise und eine Vanillesauce und Müsli-Streusel für den Apple Crumble zum Dessert vorzubereiten.

Das Asia-Gericht selbst ist in einer halben Stunde fertig, wenn man wie ich dazu übergeht, Tiefkühlgemüse zu verwenden (und wenn man nicht für eine ganze Garnison kocht - der riesige Topf hat doch einige Zeit gebraucht um warm zu werden). Ich Dummi hatte früher immer den Anspruch, alles selbst machen zu wollen, was am Ende dazu führte, dass ich es gar nicht gemacht habe, weil mir der Aufwand zu groß war. Gemüse unterschiedlicher Sorten möglichst fein zu stifteln oder zu würfeln, damit auch ja die Paprika-Stücke nicht zu groß sind, dauert bei mir einfach viel zu lange. Und dazu kommt ja noch, dass man eigentlich von jedem nur ein bisschen braucht, also eine Möhre, eine halbe Paprika etc., und dann der Kühlschrank voll mit angefangenem Gemüse ist. Seit kurzem wird hier also eine Asia-Gemüse-Mischung, zum Beispiel von Iglo, aus dem Gefrierschrank verwendet. Ist wahrscheinlich auch vitaminreicher als Gemüse, das schon tagelang im Laden oder zu Hause herum lag. Mein Mann beschwerte sich zwar über die zwei Zuckerschoten im Essen, aber damit müssen wir alle zurechtkommen. Der Mehrwert ist einfach größer als das Buh.

Für den Großteil der Familie kam also noch gebratenes Hühnerfleisch in die Soße, für die wenigen, die kein Fleisch essen wollten, einfach Kichererbsen aus dem Glas. Tofu geht natürlich auch, muss aber auch eingelegt und gebraten werden. Ich glaube, es kam gut an! Einige Gäste mussten nur leider etwas Kokosmilch nachgießen, weil ich anscheinend ein anderes Gefühl für Schärfe habe als andere. Und man sollte die Erdnussbutter gut unterrühren, sonst hat man Klumpen in der Sauce. Und weil ich überhaupt nicht einschätzen kann, wie viel man für eine größere Gruppe kochen muss, haben wir jetzt den halben Gefrierschrank voll mit Reis und Sauce. Schmeckt aber aufgewärmt fast noch besser, wie eigentlich viele suppenartige Gerichte.

Leider habe ich gar kein schönes Foto vom Essen machen können. Einerseits ist dieses Gericht nicht sehr fotogen, andererseits ist in unserem chaotischen Zuhause das Ladegerät der Kamera verschollen. Wer weiß, wann es wieder auftaucht.

Rotes Curry mit Kokosmilch und Asia-Gemüse

Für: 2 Portionen
Fertig in: 30 Minuten

Zutaten:
  • 250g Hühnerbrust oder 200g Tofu oder 1 Glas Kichererbsen
  • 1EL Sojasauce
  • 1EL Honig
  • 200g Reis
  • 1 TL Salz
  • 1 kleine Zwiebel
  • Öl
  • 300-400g TK Asia-Gemüse-Mischung
  • 1 TL Rote Curry-Paste oder mehr,  je nach Schärfewunsch
  • 1EL Erdnussbutter
  • 200ml Kokosmilch
  • Sojasauce zum Abschmecken

Zubereitung:
Wenn Fleisch oder Tofu verwendet wird: mindestens eine Stunde vorher würfeln und mit der Sojasauce und dem Honig vermischen. Gut durchziehen lassen.
Den Reis kochen: Reis mit der doppelten Menge Wasser (mit einem Becher abmessen) und 1TL Salz zum Kochen bringen. So lange auf kleinster Flamme köcheln lassen, bis das Wasser komplett aufgesogen ist.
Wenn Fleisch oder Tofu verwendet wird: Öl in einer kleinen Pfanne erhitzen und Fleisch oder Tofu darin von allen Seiten goldbraun braten.
Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Zwiebel darin hellbraun anbraten. TK Gemüse dazu geben und unter Rühren drei Minuten mit braten.
Currypaste, Erdnussbutter und Kokosmilch dazugeben und aufkochen. Mit Sojasauce abschmecken. Fleisch, Tofu oder Kichererbsen in die Sauce geben und für eine Minute darin erhitzen. Mit dem Reis servieren.

Guten Appetit!

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