Sonntag, 25. März 2018

Bunte Gemüse-Frittata

Einige Traditionen stellt man sich romantischer vor als sie es tatsächlich sind. Als Kind habe auch ich vor Ostern mit meiner Familie Eier ausgepustet, einen langen Nachmittag damit verbracht, sie liebevoll zu bemalen und die Kunstwerke dann an unseren Gummibaum gehängt. So ist mindestens meine verklärte Erinnerung und so, dachte ich, würde das natürlich auch bei uns werden.
Die Realität: Mit Müh und Not habe ich mit einer langen Nadel kleine Löcher in die Eier gestochen, wobei die Nadel nur ganz knapp nicht komplett unter meinen Daumennagel geschoben wurde. Vom Auspusten hatte ich klebriges Eiweiß an den Fingern und den Lippen (irks). Die Kinder haben in ungefähr zehn Minuten 12 Eier bemalt. Und anschließend saß ich eine Dreiviertelstunde allein am Tisch und versuchte, Fäden zum Aufhängen in die Eier zu bekommen.

Und natürlich sollte man sich vorher im Klaren sein, was man mit den Eier-Inhalten anfangen möchte. 12 Eier sind ja nun nicht wenig. Da kommt mir zupass, dass ich Frittata so gern esse, dass ich die heutige 24cm Version durchaus auch allein verputzen könnte (zugegeben nicht an einem Tag). Als die Zwillinge noch sehr klein waren, hat mir meine liebe italienische Schwiegermutter öfter einen Teller dieser Köstlichkeit mitgebracht und mich damit manches Mal vor dem Verhungern gerettet. Seitdem bin ich ein Fan. Sie schmeckt warm genauso gut wie kalt, passt zu Salat oder Brot und macht sich nebenbei bemerkt auch zum Osterbrunch ganz hervorragend. Damit sind sechs Eier schon mal weg. (Der Rest wurde zu Marmorkuchen.)


Was den Inhalt angeht, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Kartoffeln, jegliches Gemüse, Erbsen, Bohnen, Pilze, mit Käse oder ohne... Das Ergebnis ist jedes Mal anders und jedes Mal lecker. Dieses Mal habe ich mich im Supermarkt spontan von roter Paprika und Champignons anlächeln lassen. Kartoffeln gehören für mich immer rein und weil ich gerade am Morgen noch viel zu viele Kichererbsen gekocht hatte, ist auch ein guter Teil davon hineingewandert. Geriebenen Bergkäse habe ich ebenfalls noch im Gefrierschrank gefunden und eine Handvoll in die Eiermischung geworfen. Besonders zeitsparend ist die Frittata natürlich, wenn man in ihr Reste verarbeiten kann, gekochte Kartoffeln vom Vortag, restliches Ofengemüse... Hatte ich heute leider nicht, daher musste alles in der Pfanne gegart werden, bevor die verquirlten Eier dazu konnten. Das war es aber wert.

Wenn ich jetzt noch behaupten könnte, dass die Kinder davon probiert hätten, wäre der Tag perfekt - aber ich will ja nicht übertreiben. Ich schließe daher heute mit der ersten Zeile meines liebsten italienischen Kinderlieds: "Quando sono un po' arrabbiata, io mi faccio una frittata"*. Der Ohrwurm für mehrere Tage noch nach dem letzten Happen.

*Wenn ich ein bisschen wütend bin, mache ich mir eine Frittata.

Bunte Gemüse-Frittata

Für: 1 Frittata (24cm Durchmesser, 4-8 Portionen je nach Hunger)
Fertig in: ca. 40 Minuten

Zutaten:
  • 500g Kartoffeln
  • 3 große Champignons
  • 1/2 rote Paprika
  • 1/2 Zwiebel
  • 5EL gekochte Kichererbsen, abgetropft
  • 1 Handvoll geriebener Käse, optional
  • 6 Eier
  • 1TL Salz
  • 1/4TL Paprikapulver
  • 1/4TL Thymian
  • 1EL Olivenöl

Zubereitung:
Kartoffeln klein würfeln (ca. 1cm Kantenlänge). Champignons, Paprika und Zwiebel etwas gröber würfeln. Eier verquirlen, mit Salz und Gewürzen würzen und ggf. Käse unterrühren.
Öl in einer Pfanne mit passendem Deckel mit 24cm Durchmesser erhitzen. Kartoffeln bei mittlerer Hitze ca. 15 Minuten bissfest braten, dabei den Deckel auf die Pfanne setzen. Ab und zu umrühren.
Kartoffeln aus der Pfanne nehmen und das restliche Gemüse inklusive Zwiebel in die Pfanne geben. Ca. 5 Minuten garen, dann die Kartoffeln wieder dazugeben und auch die Kichererbsen mit dem Gemüse vermischen..
Die Hitze verringern. (Ich habe 9 Stufen am Herd und habe ihn auf 4 gestellt.) Das Gemüse etwas mit dem Pfannenwender in der Pfanne ebnen und die Eimischung darübergießen. Den Deckel aufsetzen und die Frittata 7-9 Minuten garen, bis die Oberfläche weitgehend fest aussieht. Die Frittata auf einen Teller gleiten lassen, mit Hilfe des Tellers wieder in die Pfanne stürzen und von der anderen Seite auch noch einmal 5-7 Minuten braten.

Dazu passt Salat, Frischkäse oder auch Hummus. Oder alles zusammen.

Guten Appetit!

Sonntag, 18. März 2018

Quark-Öl-Teig-Häschen mit Karotte

Quark-Öl-Teig löst bei mir eigentlich widersprüchliche Gefühle aus. In den Achtzigern und Neunzigern aufgewachsen, in denen das Thema Cholesterin gerade sehr hochkochte, wurde bei mir sowie meiner kompletten Familie ein viiiiiieeel zu hoher Cholesterinspiegel festgestellt. Was dazu führte, dass fortan für mehrere Jahre tierische Fette, Eier, Süßigkeiten und Kuchen gestrichen waren. Zum Nachmittagskaffee am Wochenende wurde also nicht mehr buttriger Streuselkuchen und saftiger Marmorkuchen aufgetischt, sondern Teilchen von undefinierbarer Form, erstellt aus dem erlaubten Quark-Öl-Teig (und ich meine sogar mit Süßstoff anstelle von Zucker gesüßt). Die Dinger waren ja lauwarm am Samstag noch in Ordnung, am Sonntag dann aber schon ausgetrocknet und fad, insbesondere, wenn sie aus dem noch gesünderen Vollkornmehl gebacken wurden.
(Irgendwann war dann klar, dass das mit dem Cholesterinspiegel eine völlig überbewertete Luftnummer war und wir durften wieder normal essen.)

Dabei ist Quark-Öl-Teig im Grunde eine vielseitige, schnelle und leckere Alternative zum etwas umständlichen Hefeteig. Man kann ihn für Nusskränze und Obstkuchen verwenden, für schnelle Brötchen und für Last-Minute-Osterhäschen. Wichtig ist nur, dass man den Quark anständig abtropfen lässt, insbesondere, wenn man wie ich noch geraspelte Karotten hinzufügen möchte. Ansonsten klebt der Teig, man möchte dann noch Mehl hinzufügen, dann wird er trocken, und am Ende ist er kaum zu retten. Also am besten schon am Vorabend den Quark zum Abtropfen in ein Sieb geben und abgedeckt über Nacht in den Kühlschrank stellen. 6 Stunden sollten es aber mindestens sein.

Gut vorbereiten kann man den Teig ansonsten nicht, da er sehr klebrig wird und das Backpulver dann schon beginnt zu arbeiten, wenn man ihn zu lange stehen lässt. Will man Häschen für den Osterbrunch vorbereiten und backen, sollte man also lieber auf Hefeteig wie zum Beispiel von meinen Müslibrötchen zurückgreifen und die daraus geformten Häschen über Nacht im Kühlschrank gehen lassen. Aber da Quark-Öl-Teig so fix geknetet ist und dann auch direkt in den Ofen kann, lohnt sich Vorbereiten sowieso kaum.

Ich habe den Teig mit Honig gesüßt. Wer es sehr süß mag, kann noch einen Esslöffel Zucker hinzufügen - Honig lieber nicht mehr, damit nicht zu viel Flüssiges in den Teig kommt. Geriebene Karotten machen die Häschen noch saftiger und passen sowieso super zum Häschenthema. Wer mag, kann den Häschen mit Rosinen noch Augen verpassen, das habe ich mir aber gespart.

Das Rezept ergibt 8 Häschen. Frisch gebacken schmecken sie natürlich am besten! Und so schnell, wie sie gemacht sind, sind sie auch schon verputzt.


Quark-Öl-Teig-Häschen mit Karotte
Für: 8 Häschen
Fertig in: ca. 30 Minuten

Zutaten:
  • 250g Magerquark
  • 3 EL Honig
  • 100g fein geriebene Karotte (ca. 1 kleinere)
  • 8 EL Öl (ich nehme meistens mildes Olivenöl, auch zum Backen)
  • 1 Prise Vanille oder  1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 400g Mehl
  • 1 Päckchen & 2 TL Backpulver

Zubereitung:
Den Quark in ein feinmaschiges Sieb geben und abgedeckt im Kühlschrank über Nacht abtropfen lassen, mindestens aber 6 Stunden.
Den Quark durch das Sieb in eine Rührschüssel streichen und mit Honig, Karotten, Öl, Vanille und Salz gut verrühren. Mehl und Backpulver vermischen und mit den flüssigen Zutaten rasch verkneten. Nicht zu lange kneten, sonst wird der Teig klebrig.
Den Teig in acht Teile teilen. Von jedem Teil ¾ abnehmen und zu einer ca. 15-20 cm langen Rolle formen. Diese Rolle für den Körper zur Hälfte leicht schneckenförmig einrollen. Aus dem restlichen Viertel Kopf und Schwanz des Häschens formen: Für den Schwanz einfach eine sehr kleine Teigkugel an den Häschenpopo setzen, für den Kopf einen Kegel aus dem Teig formen und die Spitze für die Ohren einschneiden. An den Körper setzen. Die Häschen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen, mit Milch bestreichen und im Backofen bei 180 grad in ca. 15-20 Minuten goldbraun backen.

Guten Appetit!